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Vom Talentsucher entdeckt - Junge Iranerin bei Stadt Köln eingestellt

Junge geflüchtete Menschen unter 25 Jahren sind im Jobcenter Köln keine kleine Gruppe. Momentan betreut der Geschäftsbereich U25 ca. 500 junge Erwachsene (zuzüglich ca. 550 im Integration Point) im Alter von 18-24 Jahren, die aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in den Leistungsbezug nach dem Sozialgesetzbuch II übergegangen sind. Zukünftig werden weitere junge Menschen mit Flüchtlingshintergrund folgen.
Die Integration dieser jungen Menschen in unsere Gesellschaft ist eine Leistung, die alle vollbringen müssen und die gleichzeitig eine Chance für alle ist. Sie benötigen im Übergang in das neue System sowie hinsichtlich der Möglichkeiten, die sie auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt haben wird, besondere Unterstützung.

Um diese Hilfe anbieten zu können, hat das Jobcenter Köln zwei so genannte „Talentscouts“ eingeführt. Die Talentsucher betreiben neben Begleitung und Beratung der Jugendlichen, intensiver Potentialanalyse und Nutzung alternativer, kultursensibler Beratungsmethoden vor allen Dingen intensive Netzwerkarbeit.

Netzwerkarbeit:

  • Aufbau und Zusammenarbeit mit allen relevanten Partnern zum Thema Flüchtlinge

  • Knüpfung von Kontakten zu relevanten Schulen und Schulsozialarbeitern (z.B. Internationale Förderklassen)

  • Zusammenarbeit mit der Berufsberatung / Agentur für Arbeit

  • Kontaktaufbau und -pflege zu Initiativen mit dem Thema „Elternarbeit“ (stadtteilabhängig, z.B. Stadtteilmütter, VIA Elternarbeit)

  • Kontaktaufbau und -pflege zur Ausbildungsvermittlung der Kammern (z.B. Willkommenslotsen)

Um diese wichtige Arbeit besser verstehen zu können haben wir ein Interview mit einer erfolgreichen Teilnehmerin des Talentscout-Programmes geführt.
Mina A. ist 24 Jahre alt und kommt aus dem Iran. Sie ist im Jahr 2013 zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland eingereist. Zunächst lebte sie in einer Asylunterkunft in Norddeutschland. Mitte 2015 stellte sie einen Antrag auf SGB II-Leistungen in Lüneburg. Seit Dezember 2015 lebt Mina A. zusammen mit ihrer Mutter in einer Wohnung in Köln.

Warum bist du aus dem Norden nach Köln gezogen?
Zum einen, weil ich in der Millionenstadt Teheran geboren und aufgewachsen bin. Ich kann nicht in einer Kleinstadt wohnen. Am Anfang war ich in Lüneburg, das war zwar für mich eine schöne Stadt und ich habe auch weiterhin noch viele gute Freunde dort, aber dauerhaft konnte ich nicht da bleiben.
Zum anderen wollte ich als Mediengestalterin eine Ausbildung machen. Gemäß meiner Recherche habe ich mich entschieden nach Köln umzuziehen, weil es hier viele Medienbranchen gibt. Doch es hat nicht sein sollen und nach einigen Praktika habe ich mich für den Beruf der Verwaltungsfachangestellten interessiert.

Wie entstand die Kontaktaufnahme mit dem Talentscout und wie konnte dieser dir helfen?
Ich bin durch meine Sachbearbeiterin im Jobcenter Köln auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht geworden und sie meinte, dass der Beruf zu mir passen könnte. Mein Talentscout, Herr Lehmann, hat mir dann ganz viel geholfen. Mit seiner Hilfe bekam ich einen Praktikumsplatz bei der Stadt Köln. Einerseits freue ich mich sehr, dass ich durch die viele Hilfe die Chance bekommen habe, andererseits bin ich sehr traurig dass ich bald 25 Jahre alt werde und nicht mehr mit ihnen zusammen arbeiten kann.

Wie war dein Praktikum bei der Stadt Köln?
Ich habe zwei Praktika bei der Stadt Köln gemacht. Als ich im Kundenzentrum in der Innenstadt mein Praktikum gemacht habe, hat es mir sehr gut gefallen. Ich habe gerne Kontakt mit Leuten. Deswegen hat es, glaube ich, mir sehr viel Spaß gemacht.

War es schwer Deutsch zu lernen und fühltest du dich unterstützt?
Ja es war sehr schwer und immer noch fällt es mir manchmal schwer. Als ich in Lüneburg war, gab es keine gute Möglichkeit um Deutsch zu lernen. Deshalb habe ich ganz autodidaktisch gelernt. Außerdem hatte ich viel Kontakt und deutsche Freunde mit denen ich sprechen konnte. Das hat auch sehr geholfen. Die ersten zwei Jahre waren sehr schwer und oft unangenehm. Damals habe ich mich nicht unterstützt gefühlt aber jetzt bin ich zufrieden und ich hoffe, dass ich eines Tages jemanden so unterstützen kann wie man mich unterstützt hat.

Worauf freust du dich bei deinem kommenden Praktikum?
Ich habe die Prüfung des Projekts: “Jugendliche mit Migrationshintergrund” bestanden und mache momentan für 6 Monate ein Praktikum bei der Unterhaltsvorschusskasse im Kalk. Ich fühle mich da wohl und ich hoffe dass ich durch dieses Praktikum viele Erfahrungen sammeln kann und zugleich meine Deutschkenntnisse verbessern kann. Dieses Praktikum ist für mich eine gute Gelegenheit um eine Ausbildungsstelle zu kriegen und ich freue mich wenn ich diesen Platz bekomme. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern die mich bis hierher unterstützt haben.