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Ein Lehrling aus Eritrea – Gelungene Integration dank „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ (PerjuF-H)

Köln, 02. Mai 2017. Alexander Simons und Fikadu Yosief Teklezghi lebten bis vor einem Jahr noch in unterschiedlichen Welten. Simons als Sanitär- und Heizungsmeister in Köln, Teklezghi als Maurer in Eritrea. In Deutschland trafen ihre Welten durch das Programm „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ (PerjuF-H) aufeinander.

PerjuF-H ist eine Qualifizierungsmaßnahme für junge Flüchtlinge und wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Bundesagentur für Arbeit und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks initiiert. Sie richtet sich an anerkannte Geflüchtete oder Asylbewerber/innen mit guter Bleibeperspektive und Geduldete mit Arbeitsmarktzugang. Alle Teilnehmenden sind zwischen 18 und 25 Jahre alt und streben eine berufliche Ausbildung im handwerklichen Bereich an. Ein bestimmtes Kontingent steht dem Jobcenter Köln zur Verfügung.

Neben der Feststellung des Sprachniveaus und einer Überprüfung, ob Kenntnisse und Interessen des/der Bewerbers/in ausreichen, können die Teilnehmenden in die verschiedensten Gewerke „hineinschnuppern“. Die so erworbenen Kenntnisse werden in einer Praxisphase im Betrieb weiter vertieft. Während des gesamten Programms werden die Teilnehmenden individuell in Bezug auf Sprache und Lebensführung gefördert. Außerdem lernen sie das deutsche Ausbildungs- und Beschäftigungssystem kennen und erhalten ein Bewerbungstraining. Die ersten Zahlen sprechen jetzt bereits für den Erfolg des Programms. Von den im ersten Durchgang vorhandenen 12 Plätzen bekam das Jobcenter Köln 12 zugesprochen. Im Ergebnis gab es sieben Ausbildungsaufnahmen, eine Arbeitsaufnahme und ein Praktikum mit der Aussicht auf Ausbildung.

Der Fall von Fikadu Teklezghi ist damit keine Ausnahme, sondern ein gutes Beispiel und war ein guter Grund einmal bei den beiden nachzufragen:

 

Herr Simons, wie kam die Kontaktaufnahme zum Jobcenter Köln/Integration Point zustande?
Der Kontakt kam über die Handwerkskammer zu Köln zustande. Die Handwerkskammer hat uns gefragt, ob wir einen Lehrling ausbilden würden. Es war möglich, dass Fikadu ein Praktikum bei uns machte. Daraufhin entschied ich mich, ihn als Lehrling einzustellen.

Warum haben Sie sich für einen Menschen mit Fluchterfahrung entschieden?
Ich habe mich nicht für einen Menschen mit Flüchtlingshintergrund entschieden. Ich habe mich für einen jungen Menschen entschieden, wo ich gesehen habe, dass er sehr motiviert ist, er es schafft, eine ganze Woche pünktlich zu kommen, (ist leider nicht selbstverständlich), der ein gewisses handwerkliches Verständnis mitbringt und ich absehen konnte, dass er die Gesellenprüfung mit Erfolg und zu meiner Zufriedenheit abschließen wird.

Gab es Start- und Verständigungsschwierigkeiten vor dem Beginn der Ausbildung?
Klar gibt es schon mal etwas kleinere Verständigungsschwierigkeiten, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass bis zum Ende der Lehre diese nicht mehr existieren.

Wie läuft es bisher und würden Sie so eine Entscheidung wieder treffen?
Es läuft sehr zufriedenstellend. Gute Noten in der Berufsschule und den überbetrieblichen Unterweisungen in der Innung. Immer pünktlich, sehr motiviert. Lernt gut. Ich bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden.

 

Herr Teklezghi, aus welchem Land sind Sie geflüchtet und haben Sie dort bereits einen Beruf ausgeübt?
Ich bin aus Eritrea geflüchtet und dort habe ich als Maurer ein Jahr gearbeitet.

Was interessiert Sie an dem Beruf des Anlagenmechanikers?
Ich habe im Sudan fast 3 Jahre als Klempner gearbeitet. Ich interessiere mich für den Beruf des Anlagenmechanikers und möchte in Zukunft in diesem Beruf arbeiten.

Was erhoffen Sie sich für Ihre Zukunft in Deutschland?
Ich erhoffe mir in Deutschland Installateur zu werden und dass ich gerne zur Arbeit gehe.