Geld zum Leben

Wenn Sie nicht genug Geld zum Leben haben, können Sie Leistungen vom Jobcenter bekommen.

Dafür müssen Sie einige Bedingungen erfüllen.
Das sind die so genannten Anspruchsvoraussetzungen.

Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie vom Jobcenter Köln Geld bekommen.
Das ist die Hilfe zum Lebensunterhalt.

Dabei wird auch berücksichtigt, was Sie momentan verdienen und was Sie angespart haben.
Das ist Ihr Einkommen und Vermögen.

Wer kann Geld vom Jobcenter bekommen? (Anspruchsvoraussetzungen)

Ob Sie Geld vom Jobcenter bekommen, steht im Gesetz (§ 7 SGB II):

  • Sie sind mindestens 15 Jahre alt und maximal 65/67 Jahre alt (Rentenalter);
  • Sie müssen gesund genug sein, um mindestens 3 Stunden am Tag arbeiten zu können;
  • Sie verdienen nicht genug Geld, um sich oder Ihre Familie selbst ernähren zu können. Und Sie haben nur wenig Geld gespart.

Wenn Sie mit jemandem zusammenwohnen (Partner*in, Ehefrau/Ehemann, Kind/er bis 25 Jahre), gehören diese Personen zu Ihrer so genannten Bedarfsgemeinschaft. Das bedeutet, dass diese Person/en auch Hilfe vom Jobcenter bekommen können, wenn das gemeinsame Geld nicht zum Leben reicht.

Wer kann kein Geld bekommen?

Zum Beispiel

  • Sie sind schon in Altersrente, aber noch keine 65 Jahre alt.
  • Sie sind Ausländer*in und haben keine Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis. Sie wohnen auch nicht mit jemandem zusammen, der Hilfe vom Jobcenter bekommt.
  • Sie bekommen Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (zum Beispiel Asylsuchende oder geduldete Geflüchtete).
  • Sie sind älter als 18 Jahre, können aber aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten (dauerhaft voll Erwerbsgeminderte).
  • Sie sind älter als 18 Jahre, können aber aus gesundheitlichen Gründen im Moment nicht arbeiten (befristet (voll) Erwerbsgeminderte). Sie wohnen auch nicht mit einem Familienmitglied zusammen, das arbeitet.

Diese Personen können gegebenenfalls Hilfe von anderen Stellen beantragen.

Geld zum Leben

Sie haben nicht genug Geld, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dann kann das Jobcenter Ihnen mit dem sogenannten Arbeitslosengeld II helfen.

Der Regelbedarf ist ein Geldbetrag, der für das tägliche Leben gezahlt wird. Hiermit sind zum Beispiel die Kosten für Essen, Körperpflege, Dinge für den Haushalt, Strom und die Bedürfnisse des täglichen Lebens gemeint. Auch Kosten für Hobbies und Besuche im Theater oder Treffen mit Freunden müssen Sie hiervon bezahlen.

Wenn Sie eine besondere Situation haben und deswegen Geld brauchen, können wir Ihnen einmalig Geld zahlen.
Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie

  • für eine neue Wohnung Möbel, Haushaltsgeräte und Dinge für den Haushalt kaufen müssen.
  • schwanger sind oder gerade ein Kind bekommen haben und Kleidung, Windeln und Dinge für das Baby und Sie selbst benötigen.
  • orthopädische Schuhe anschaffen oder reparieren müssen, therapeutische Geräte kaufen oder mieten wollen oder diese kaputt sind.
  • Kinder haben, die eine Kindertageseinrichtung oder die Schule besuchen:
    • für Ausflüge mit der Schule oder Klassenfahrten (mehr Infos unter Geld für Kinder)
    • für Schulsachen

(Hierbei gibt es Ausnahmen. Sprechen Sie uns an.)

Das Geld, das Sie vom Jobcenter bekommen, berücksichtigt immer Ihre ganz persönliche Situation. Bitte wenden Sie sich daher bei allen Fragen und Änderungen in Ihrem Leben (zum Beispiel Umzugswunsch, Geburt eines Kindes, Heirat, Einzug/Auszug des Partners oder der Partnerin, Änderung beim Gehalt oder Vermögen) direkt an das Jobcenter Köln.

Sie können auch in unserem ServiceCenter anrufen. Dort können Ihre Fragen vielleicht schon direkt beantwortet werden.

Veränderungen in Ihrem Leben können Sie entweder selbst über jobcenter.digital online übermitteln oder telefonisch dem ServiceCenter mitteilen.

Einnahmen, Besitz und Erspartes (Einkommen und Vermögen)

Geld, dass Sie zusätzlich zum Geld vom Jobcenter bekommen, müssen wir berücksichtigen. Das bedeutet, wenn Sie (oder jemand aus Ihrer Bedarfsgemeinschaft) zum Beispiel Geld für einen Nebenjob bekommen, müssen wir das wissen. Das nennen wir Ihr Einkommen. Dazu zählt zum Beispiel auch:

  • Geld für eine Arbeit (zum Beispiel ein Nebenjob)
  • Lohn-Nachzahlungen (zum Beispiel rückwirkende Gehaltserhöhung)
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Arbeitslosengeld oder Krankengeld
  • Steuererstattungen
  • Unterhaltsleistungen
  • Kindergeld
  • Rente
  • Kapital- und Zinserträge (zum Beispiel Zinsen für Ihr Sparbuch)
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung

Bitte denken Sie daran, uns Änderungen immer so schnell wie möglich mitzuteilen.
Wenn Sie einen Termin brauchen oder Fragen zum Einkommen haben, helfen wir Ihnen gerne.
Kontaktseite

Geld (unabhängig ob auf dem Konto oder in bar) oder Dinge, die Sie „zu Geld machen“ können, heißen Vermögen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Bargeld; Geld bei der Bank; Aktien
  • Bausparverträge
  • Lebensversicherungen
  • Immobilien
  • Schmuck
  • Autos
  • Schenkungen innerhalb der letzten 10 Jahre
  • Erbansprüche

Von Ihrem Einkommen und Vermögen wird nicht alles berücksichtigt. Es gibt sogenannte Freibeträge, die wir bei der Berechnung abziehen.

Freibeträge auf Einkommen

Von Einnahmen können beispielsweise abgesetzt werden:

  • auf das Einkommen entfallende Steuern
  • Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung
  • gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen (zum Beispiel Kfz-Haftpflicht)
  • eine Pauschale von 30 Euro pro Monat (zum Beispiel für Versicherungen)
  • Beiträge für die Altersvorsorge (zum Beispiel Riester-Rente)

Auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit werden einkommensabhängige Freibeträge gewährt, abhängig von der Höhe des erzielten Bruttoeinkommens.

Freibeträge auf Vermögen

  • Jedem volljährigen Hilfebedürftigen und seinem Partner steht jeweils ein Grundfreibetrag von 150 Euro je vollendetem Lebensjahr zu; mindestens 3.100 Euro, maximal 9.750 Euro bis 10.050 Euro.
  • Jedem minderjährigen hilfebedürftigen Kind steht ein Grundfreibetrag von 3.100 Euro zu.
  • Jeder in der Bedarfsgemeinschaft lebende Hilfebedürftige erhält zusätzlich einen Freibetrag von pauschal 750 Euro. Der Freibetrag ist für notwendige Anschaffungen vorgesehen.
  • Zusätzlich zu dem Vermögensgrundfreibetrag steht jedem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ein Freibetrag in Höhe von 750 Euro je vollendetem Lebensjahr für die private Altersvorsorge zu, maximal jedoch 48.750 bis 50.250 Euro. Voraussetzung ist allerdings, dass die Verwertung der Anlage vor Eintritt in den Ruhestand vertraglich unwiderruflich ausgeschlossen ist. Auch ein Rückkauf, eine Kündigung oder eine Beleihung darf nicht möglich sein. Ein Ausschluss der Verwertung vor dem 60. Lebensjahr reicht aus.
  • Einen besonderen Schutz genießt das durch das Altersvermögensgesetz geförderte Vermögen einer Riester-Rente. Geschützt sind neben den geförderten Beiträgen auch die daraus erzielten Erträge.
  • Frei sind auch Betriebsrenten, wenn sie ausschließlich arbeitgeberfinanziert sind und eine Verfügung vor dem Eintritt des Versorgungsfalles ausgeschlossen ist.

Wegen Corona: Erleichterter Zugang zur Grundsicherung

Das Sozialschutz-Paket erleichtert den Zugang zur Grundsicherung: Wir überprüfen zum Beispiel Ihre Angaben zum Vermögen nicht.

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